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Vertikale und horizontale Datenweitergabe: Definition und rechtliche Bedeutung (AI Act / Data Act)

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Der EU Data Act (Verordnung (EU) 2023/2854, anwendbar ab September 2025) regelt vertikale und horizontale Datenweitergabe. VERTIKAL: der Nutzer eines verbundenen Produkts (Dateninhaber) hat das Recht auf Zugang zu den durch das Produkt erzeugten Daten und deren Weitergabe an Dritte (z. B. unabhängige Werkstatt, alternative Plattform); der Datenempfänger darf nur zweckgebunden nutzen (horizontale Begrenzung). HORIZONTAL: Dateninhaber müssen Daten unter FRAND-Bedingungen (fair, reasonable, non-discriminatory) an Unternehmen weitergeben, die für ihre Kerntätigkeit Daten brauchen; die Weitergabe muss fair, nicht-diskriminierend und transparent sein. Ausnahmen: Trade Secrets (Schutz durch vertrauliche Behandlung), öffentliche Sicherheit, personenbezogene Daten (DSGVO). Zweck: Öffnung von Datenmonopolen, Förderung von Wettbewerb und Innovation. Aufsichtlich: nationale Datenzugangsbehörden (in Deutschland BMWK-zugeordnet).

Rechtliche Klarheit entsteht, wenn Definition, Artikelbezug, Quelle und eigene Einordnung zusammenkommen.
Steve Baka
vertikal

Vertikale Weitergabe (Art. 4–5 Data Act)

Vertikale Weitergabe: Art. 4–5 Data Act verpflichten Anbieter/Halter verbundener Produkte, dem Nutzer (Dateninhaber — der das Produkt gekauft/gemietet hat) Zugang zu den durch das Produkt erzeugten Daten zu geben, standardmäßig, in Echtzeit soweit technisch möglich, kostenlos. Der Dateninhaber kann die Daten an Dritte weitergeben (Art. 5): unabhängige Dienstleister (z. B. freie Werkstatt, alternative Smart-Home-Plattform), Konkurrenten des Herstellers (z. B. kompatibles Zubehör). Diese Dritten dürfen die Daten nur für den vom Dateninhaber beauftragten Zweck nutzen (horizontale Begrenzung). Ausnahmen: Trade Secrets (Anbieter kann nach vertraulicher Behandlung verlangen), öffentliche Sicherheit, DSGVO-bezogene Daten (Einwilligung). Die vertikale Weitergabe bricht Hersteller-Datenmonopole (z. B. Auto-OEMs, Smart-Home-Ökosysteme, Industrie-4.0-Maschinen).

horizontal

Horizontale Weitergabe (Art. 9–11 FRAND)

Horizontale Weitergabe: Art. 9–11 Data Act verpflichten Dateninhaber (Unternehmen, die umfangreiche Daten aus verbundenen Produkten oder anderen Quellen halten), auf Anfrage eines Unternehmens Daten weiterzugeben, das die Daten für die Ausübung seiner Kerntätigkeit braucht. Die Bedingungen müssen FRAND sein (fair, reasonable, non-discriminatory): faire, transparente, nicht-diskriminierende Verträge; Preisgestaltung, die Kosten deckt plus angemessene Marge (für Kleinst-/KMU und Forschung vergünstigt oder kostenlos). Ausnahmen: Trade Secrets (vertrauliche Behandlung), IP-/Urheberrechts-Schutz, öffentliche Sicherheit, DSGVO, Weigerung bei unverhältnismäßigem Aufwand. Die horizontale Weitergabe zielt auf B2B-Datenmärkte, in denen Dateninhaber (z. B. Plattform-Betreiber, OEMs) Marktmacht haben und Konkurrenten den Datenzugang blockieren. Aufsichtlich: nationale Datenzugangsbehörden (DE: BMWK-zugeordnet).

schnittstellen

Schnittstellen: Trade Secrets, DSGVO, AI Act

Schnittstellen: (1) Trade Secrets — Art. 4 Abs. 3 schützt Trade Secrets; Dateninhaber dürfen vertrauliche Behandlung verlangen, die Weitergabe auf Substanz beschränken, wenn dies den Schutz sichert. (2) DSGVO — die Datenweitergabe personenbezogener Daten unterliegt DSGVO (Rechtsgrundlage, Einwilligung, Auftragsverarbeitung); der Data Act erlaubt Weitergabe nicht ohne DSGVO-Konformität. (3) AI Act — Datenweitergabe für KI-Training/das AI-Ökosystem ist ein Anwendungsfall; das KI-System unterliegt dann dem AI Act (Hochrisiko, GPAI je nach Fall). (4) DGA (Data Governance Act) — ergänzt mit Datenintermediarien, Datenspenden, öffentlichen Sektordaten. Eine konsolidierte Datenzugangsstrategie verknüpft Data Act, DGA, DSGVO, AI Act. Für Hersteller bedeutet das: Architektur für Datenzugang/-weitergabe (APIs, Formate, Verträge), FRAND-Bedingungen-Dokumentation, Trade-Secret-Konzept, DSGVO-Einwilligungsmanagement. Ein neues Daten-Wirtschaftsrecht, das sich in der Praxis entwickelt.

Sources

Quellen

FAQ

Häufige Fragen

Was ist vertikale Datenweitergabe (Data Act)?

Art. 4–5: Dateninhaber (Nutzer verbundener Produkte) hat Recht auf Datenzugang und -weitergabe an Dritte (freie Werkstatt, alternative Plattform). Echtzeit, kostenlos. OEM-Datenmonopole gebrochen.

Was ist horizontale Weitergabe (FRAND)?

Art. 9–11: Dateninhaber (Unternehmen mit umfangreichen Daten) müssen an konkurrenzielle Unternehmen weitergeben, die Daten für Kerntätigkeit brauchen. FRAND: fair, transparent, nicht-diskriminierend.

Wie schützt der Data Act Trade Secrets?

Art. 4 Abs. 3: vertrauliche Behandlung kann verlangt werden, Weitergabe auf Substanz beschränkt. Plus DSGVO (personenbezogene Daten), AI Act (KI-Systeme), DGA (Intermediäre). Neue Daten-Wirtschaftsrecht.

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