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Tiefgreifende Bilderstellung: Definition und rechtliche Bedeutung (AI Act / Data Act)

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„Tiefgreifende Bilderstellung" (Art. 3 Nr. 60 AI Act) — wörtlich „Künstliche Erzeugung von Bild-, Audio- oder Videoinhalten, die von der Realität schwer zu unterscheiden sind" — erfasst KI-Systeme, die synthetische Medien erzeugen, die für Menschen täuschend echt aussehen. Beispiele: Bild-Generatoren (DALL-E, Midjourney, Stable Diffusion), Voice-Cloning, Video-Synthese (Sora, Runway), Deepfake-Pipelines. Rechtliche Bedeutung: (1) Transparenz-/Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 Abs. 4 AI Act (mensch- und maschinenlesbar), ab 2. August 2026; (2) Hochrisiko-Einstufung bei sicherheits-/existenzkritischer Anwendung (z. B. im Justiz-/Strafverfolgungsbereich); (3) Verbot (Art. 5) bei manipulativer/Personen-würdeverletzender Verwendung. Überlagert: DSGVO bei Personenabbildung (Art. 9 bei sensitiven Merkmalen), allgemeines Persönlichkeitsrecht, Strafrecht (Verleumdung, § 184a/b StGB), DSA für Plattformen.

Rechtliche Klarheit entsteht, wenn Definition, Artikelbezug, Quelle und eigene Einordnung zusammenkommen.
Steve Baka
definition

Definition (Art. 3 Nr. 60)

Art. 3 Nr. 60 AI Act definiert „tiefgreifende Bilderstellung" (wörtlich AI-Systeme zur Erzeugung von Inhalten wie Bildern, Audio- oder Videoinhalten) als AI-Systeme zur Erzeugung von Bild-, Audio- oder Videoinhalten, die die Realität abbilden (im Gegensatz zu rein fiktiven/kreativen Inhalten). Eine konzeptionelle Variante: GPAI-Modelle zur Erzeugung synthetischer Medien (Bild-/Audio-/Video-Generatoren), die als Foundation Models trainiert sind. Beispiele: Bild-Generatoren (DALL-E 3, Midjourney, Stable Diffusion, Adobe Firefly), Voice-Cloning-Tools (ElevenLabs, Resemble AI), Video-Synthese (OpenAI Sora, Runway Gen-3, Pika), Deepfake-Pipelines (FaceFusion, Roop). Die Konvergenz: multimodale GPAI-Modelle kombinieren Bild/Audio/Video in einem System.

pflichten

Pflichten: Transparenz und Kennzeichnung

Rechtliche Pflichten: (1) Art. 50 Abs. 2 AI Act — Anbieter müssen dafür sorgen, dass KI-generierte synthetische Inhalte maschinenlesbar gekennzeichnet sind (Wasserzeichen/C2PA) und als künstlich erkennbar sind. Ab 2. August 2026; Omnibus-Grandfathering bis 2. Dezember 2026 (vor dem 2.8.2026 in Verkehr gebrachte Systeme). (2) Art. 50 Abs. 1 — KI-Interaktion muss erkennbar sein (z. B. Chat mit Bildgenerator). (3) Hochrisiko bei sicherheits-/existenzkritischer Anwendung — z. B. Synthese als Beweismittel im Justiz-/Strafverfolgungsbereich (Anhang III Nr. 6), biometrische KI (Anhang III Nr. 1). (4) Verbot (Art. 5) bei Verwendung, die Personen manipuliert (Abs. 1 lit. a), Schwächen ausnutzt (lit. b), soziale Bewertung ermöglicht (lit. c). GPAI-Anbieter dieser Systeme unterliegen zudem Art. 53 (Transparenz, Dokumentation, Urheberrechts-Zusammenfassung), bei systemischem Risiko Art. 55.

schnittstellen

Schnittstellen: DSGVO, Persönlichkeitsrecht, DSA

Überlagert: (1) DSGVO — synthetische Inhalte, die reale Personen abbilden (Deepfakes), können personenbezogen sein; bei sensitiven Merkmalen besondere Datenkategorien (Art. 9). Recht auf Löschung „eigenes Bild" (Art. 17). (2) Allgemeines Persönlichkeitsrecht — Recht am eigenen Bild (§ 22 KUG), Unterlassung/Schadensersatz bei Verletzung. (3) Strafrecht — Verleumdung/üble Nachrede (§§ 186, 187 StGB), § 184a/b StGB (intime/sexuelle Inhalte ohne Einwilligung), Betrug, Identitätsmissbrauch. (4) DSA — sehr große Plattformen müssen in Risikobewertung (Art. 35) Deepfake-/Desinformationsrisiken einbeziehen. (5) Urheberrecht — synthetische Inhalte können urheberrechtlich geschützt sein (Schöpfungshöhe), Training an geschützten Werken (Art. 53 Abs. 1 lit. c AI Act + DSM-TDM). Eine verantwortungsvolle Synthese-Architektur kombiniert technische Kennzeichnung, Inhalte-Richtlinien, Meldemechanismen, Urheber-/Persönlichkeitsrechtsschutz.

Sources

Quellen

FAQ

Häufige Fragen

Was ist „tiefgreifende Bilderstellung" nach dem AI Act?

Art. 3 Nr. 60: AI-Systeme zur Erzeugung von Bild-/Audio-/Videoinhalten, die die Realität abbilden. Beispiele: DALL-E, Midjourney, Voice-Cloning, Sora.

Welche Pflichten gelten?

Art. 50 Abs. 4 Kennzeichnung (mensch- und maschinenlesbar, ab 2. Aug. 2026), GPAI-Plus Art. 53, Hochrisiko bei sicherheitskritischer Anwendung, Verbot bei manipulation/Personenwürde (Art. 5).

Was passiert bei Deepfakes von Personen?

DSGVO (personenbezogen, Art. 9 bei sensitiv), Persönlichkeitsrecht (§ 22 KUG), Strafrecht (Verleumdung, § 184a/b StGB, Betrug). DSA-Überlagerung bei Plattformen.

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